Lügen hat es schon immer gegeben und wird es auch in Zukunft geben.
Es ist ein breitgefächertes Gebiet, über das man sich trotzdem immer wieder Gedanken macht. Sei es jetzt bewusst oder unbewusst.
Im Buddhismus gilt die Lüge als eine der zehn Untugenden, die zu dem Aufrechterhalten des Karmas und dessen negativen Auswirkungen führen.
Nicht umsonst wird dies so sein. Egal wie groß oder klein sie sind; Lügen können fatale Auswirkungen haben. Auf einem selber, oder auch auf seine Mitmenschen.
Ich kenne auch noch den Spruch – Lügen haben kurze Beine. Darin steckt sehr wohl ein Körnchen Wahrheit.
Ja klar, wer hat in seinem Leben noch nicht gelogen. Da würde sich wohl kein Einziger melden können. Die meisten Lügen passieren eher unterbewusst und erleichtern einem das Leben ungemein. Ich würde sogar behaupten. Lügen ist menschlich.
Jeder Mensch lügt durchschnittlich täglich laut Studie 150 Mal – je nachdem, wie eng der
Begriff “Lügen” definiert wird. Doch was veranlasst uns dies zu tun.
Alleine wie wir schon Geschichten erzählen. X erzählt Y eine Geschichte und Z erzählt danach was total Anderes wie einst X und Y.
Schon als Kinder fangen wir mit den kleinen Notlügen an, die zwar ein schlechtes Gewissen erzeugen, aber so manche Unannehmlichkeiten „vertuschen“.
Viele Menschen sehen Lügen auch als sogenannte Kunst an, die jedes Mal aufs Neue perfektioniert wird. Andere wieder lassen einfach bei einer Schilderung einer Begebenheit ein klitzekleines aber wichtiges Detail weg.
Wieder Andere, werden in ihrem Job ermutigt zu lügen. Da fallen mir in erster Linie die Politiker ein.
Neben all den genannten Gründen, warum gelogen wird (Bequemlichkeit, Selbstverteidigung, persönlicher Vorteil, …) kommt noch einer dazu, der sehr häufig ist: Lüge, um sich interessanter zu machen, um mehr Aufmerksamkeit zu erringen. Dies wird dann sozusagen „Aufschneiden“ genannt. Beispiel: Männer, wenn sie unter Ihresgleichen sind und über das Thema Frauen sprechen….
Genauso wenn ich einem Kind von dem Weihnachtsmann erzähle, so lüge ich es bewusst an. Nicht um ihm zu schaden, sondern um ihm nicht die Freude an dem Glauben bzw. dem Fest zu nehmen. Also nimmt man diese Lüge wieder gerne in Kauf.
Auch gibt es kleine Flunkereien, die ich absolut legitim finde. So kann ich zum Beispiel als Morgenmuffel meinem Chef bei der üblichen Frage am Morgen nach meinem Befinden nicht „müde, grantig und beschissen“ ins Gesicht sagen. Sondern mit einem leichten Lächeln ein „danke gut“ herausquetschen.
Lüge ist in meinen Augen auch, wenn man einer anderen Person aus Bequemlichkeit ein Versprechen gibt, es aber nie einnlöst.
Im Wein liegt die Wahrheit. Dieses Sprichwort hat schon einen richtigen Hintergrund. Gerade wenn man zu tief ins Glas geguckt hat, kommt der Mut und Worte sprudeln nur so über die Lippen, die man immer so schön vermied zu sagen.
Auf die berühmte Liebeslüge will ich erst gar nicht näher eingehn. Das wäre ein zu großes Gebiet.
Eine bewusste Lüge trifft immer wieder einen selbst. Denn wen lüge ich eigentlich an, das ist die Frage. Im Grunde genommen mich selbst, wenn ich Dinge behaupte von denen ich weiß, dass sie nicht stimmen. Denn dann täusche ich nicht nur den Anderen sondern mich selbst.
Bumerangeffekt.





Da fällt mir ein Zitat von George Bernard Shaw ein der sagte:
Die Strafe des Lügners ist nicht, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern dass er selbst niemandem mehr glauben kann.