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ALPTRAUM – SCHULE
Oh Gott – oh Gott
letzte Nacht
bin ich schweißnass aufgewacht
Fühlte mich wie vor dem jüngsten Gericht
tastete zitternd nach dem Licht
erhellte nun wohlig warm den Raum
doch nicht vergessen war der Traum
Von meiner Schulzeit handelte er
noch immer bin ich ganz „parterre“
mein Mathelehrer vor mir stand
hatte ihn sofort erkannt
An seiner Größe und der Glatze
die Augen klein, das Gesicht ne Fratze
die Lippen zitternd und ganz schmal
die Nase rot, der Rest war fahl
Und nach dem üblichen Geschwafel
hieß er mich freudig an die Tafel
noch ein Gebet mit auf dem Weg
dass mir der Herr ´s Ergebnis leg
Gleichungen musste ich lösen
in allen verschiedenen Größen
so stand ich da – an der Front
hatte es natürlich nicht gekonnt
Herr Berger hat sich vor mit aufgeplustert
schimpfte „Fräulein, sie werden ausgemustert!“
da half kein Jammern und Gesuch
der Fünfer stand im Klassenbuch
Allen war natürlich klar
wie sauber peinlich mir das war
konnte weder stehn noch sitzen
mein ganzer Körper begann zu schwitzen
So nahm der Alptraum seinen Lauf
und ich wachte schreiend auf
oh mann, hat das mein Gemüt bewegt
da sagt noch einer, dass die Schulzeit nicht prägt!
Das Blümlein...
Es war einmal ein Blümelein
auf einer großen Wiese
genoss den warmen Sonnenschein
und auch die kühle Briese
Sein Name der war Löwenzahn
goldgelber Kelch, zart und fein
trotz Schönheit Langeweile bekam
denn er war ganz allein.
Begann links und rechts zu schaun
gemächlich, genüsslich, faul
da sah er ihn - den Lattenzaun
und auch das riesengroße Maul.
Was ist das nur für ein Objekt
im schönen hohen Gras
dicker Bauch und ganz gescheckt
der alle Blumen einfach fraß.
Und als es immer näher kam
in riesengroßen Schritten
da zitterte der Löwenzahn
half kein flehen und kein bitten.
So machte er die Augen zu
und fing zu beten an
durch die Nase blies die Kuh
er einen heftigen Windstoß vernahm.
Och welch ein Glück da flog er jetzt
dem Himmelszelt entgegen
zur Pusteblume wurde er zuletzt
man war das knapp - so ein Segen.
Der Bücherwurm
Leute, was mir heut geschehn’
davon muss ich euch berichten
dies hat sicher noch keiner gesehn’
so was hört man nur aus Geschichten
Genüsslich lag ich in der Wiese
träumte fröhlich vor mich hin
warme Sonne, wie ich das genieße
so ein Tag - welch ein Gewinn.
Plötzlich hörte ich eine Stimme
lautes schimpfen, motzen, schrein’,
noch bevor ich zu schaun’ beginne
seh ich ein Würmchen auf mich eilen
Hatte ne’ Brille auf der Nase
guckte dabei furchtbar schlau
keck stand es nun vor mir im Grase
und betrachtete mich genau.
„Sag mal bitte hilf mir doch
hab mich fürchterlich verlaufen
als ich aus der Bücherei kroch
um mir Tinte nachzukaufen.
Doch nun stelle ich mich mal vor
Bücherwurm mein Name ist
bring mich doch zum großen Tor
werde sicher schon vermisst.
Hab gar so viel Arbeit vor mir
muss noch einen Krimi schreiben
schön säuberlich aufs Papier
bin im Stress, keine Zeit zu vertreiben.“
So stand ich nun, mit offenen Mund
stock und steif mit doofen Blick
meine Gesichtsfarbe war ungesund
der Kloß im Hals war fest und dick.
Der Bücherwurm nun auf mich kroch
an meinem Ohr sich nieder lies
ich mich nicht zu bewegen hoffte
er musste zurück. das war gewiss.
So marschierten wir beide Richtung Stadt
er säuselte mir ins Ohr von einem Killer
seine Geschichte handelte von Verrat
ich war ganz gebannt von seinem Thriller.
Da standen wir nun, vor dem Haus aus Stein
ich sagte leise „ich vermisse dich“
doch Würmchen flüsterte, „nicht traurig sein
in jedem Buch da triffst du mich.“
Der Floh
Es war einmal ein kleiner Floh
dessen Name, der war Joe.
Er war schwarz, hatte krumme Beine
und fühlte sich gar so alleine
Die Nacht war vorüber, die Sonne ging auf
und so nahm Joes Schicksal seinen Lauf
Eine neue Heimat zu finden, war sein Ziel
ein Gedanke, der ihm immer mehr gefiel
So dache er, das wäre doch gelacht
und begab sich auf Wanderschaft.
Lautes Gelächter, Gejohle, ein Schuss
da musste er hin, in den Flohzirkus
Doch was war das nur für eine Plage
immer nur arbeiten, all die Tage
nein, da musste er schnell wieder weg
in einem braunen Ding fand er sein Versteck.
Aber den ganzen Tag das Gegröhle
Muh- Muh, Joe war in der Hölle
und so sprang er mit Genuss
auf des Bauern Karl-Heinz dicken Fuß.
Noch bevor er an seinem Blut geleckt
hatte ihn Karl-Heinz entdeckt
und schlug mit der flachen Hand
Joe ist um sein nacktes Leben gerannt
Sein letzter Sprung, der ging weit
todesmutig in ein dickes Fellkleid.
In Bello hatte er eine neue Heimat bekommen
und wurde von Seinesgleichen herzlich aufgenommen.
Der Resyclingwurm
Faul, genüsslich lag ich da
in meinem Garten, als ich es sah.
Des Nachbars großen Kirschenbaum
mit dunkelroten Früchten – gleich hinterm Zaun.
Nur an einer wollte ich mich laben
natürlich die größte, musste ich haben.
schon lehne ich die Leiter an
leise, dass mich keiner hören kann.
Jetzt war sie nun endlich Mein
freudig biss ich gleich hinein.
noch in Gedanken, wie saftig sie sei
entkam mir ein gellender Schrei.
Oh welch ein ekeliger Graus
ein Würmchen guckte freudig raus.
Vorbei war’s, mit der süßen Kost
die Kirsche flog auf den Kompost.
Sofort spülte ich meinen Mund
da kam ums Eck,- mein Hund.
die Kirsche samt dem Wurm er fraß
ich fands traurig – für ihn ein Riesenspaß.
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