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Sentimentalität

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Category : Dies und das, Menschen

rotzeln1

Die einen nennen es Kitsch, Rührseeligkeit oder Gefühlsdusselei. Platt, dumm, peinlich oder wichtig?
Ich beschreibe es kurz und bündig:
Sentimentalität
Meist ein überschwängliches Gefühl, dass überwiegend bei der holden Damenwelt zu Tage kommt.
Die meisten Männer scheinen dieses Phänomen eher zu unterdrücken, nicht zuzulassen oder erst gar nicht zu besitzen.

Ja ich gebe es offen und ehrlich zu.
Ich bin ein sensibles Weibchen das ab und zu in ihrer sentimentalen Ader “ersäuft”.
Vielleicht tragen auch die fiesen gemeinen Östrogen-Hormone zu dieser Verfassung bei.
Wer weiß?!
Schließlich und endlich wissen wir alle, wie unberechenbar Frauen in ihre PMS-Tagen von der liebreizenden Mrs. Jekyll zu einer wahnsenigen Mrs. Hyde mutieren.

Zurück zu den sentimentalen Minuten und einem kleinen Beispiel:

Familienfeier.
Alles ist perfekt. Man verträgt sich untereinander so gut wie schon lange nicht mehr. Das Essen ist pipifein und irgendwie ist man wirklich rundum glücklich.
Leise läuft Musik im Hintergrund. Doch als die traurig-schönen Töne von Coldplay erklingen, war’s auch mit der Stimmung geschehen.

Unerklärlicherweise tropfen am Höhepunkt der Glückseeligkeit dicke Tränen aus den Kulleräugchen. Gedanken fangen zu kreisen an. Man erinnert sich an den einen oder anderen glücklichen Moment aus der Vergangenheit.
Und mit einem unheimlichen Heißhunger auf Schokolade verzieht man sich für kurze Zeit Rotz und Wasser heulend in eine dunkle Ecke, während die Verwandtschaft nichtsahnend fröhlich weiterfeiert.
Für einen kurzen sentimentalen Moment muss/möchte man alleine sein, und seinen Gefühlen freien Lauf lassen.

Ja, es gibt so Tage, da verkriecht man sich in den letzten Winkel der Wohnung, stöbert mit Rührseeligkeit in alten Fotoalben, während im Hintergrund die schmalzigste Kuschelrockmusik die Gefühlswelt auf den Sentimental-Orgasmus peitscht.

Päckchenweise rotzelt man eine Tempo-Packung nach der nächsten voll, nur weil man im Fernsehn mit dem einem oder anderen Schicksal mitleidet.
Ganz schlimm, wenn man wie ich vor ein paar Wochen durch Zufall
auf diesen Sentimental-Blockbuster zappt.

Da nutzten keine Tempo-Taschentücher mehr. Da musste die Küchenrolle herhalten. Und eine Packung Kinder-Schokiminimäuse.

Oder man liest eine packende-fesselnde romantische Geschichte, deren Handlung mit einem lauten “Peng” mitten ins Herz trifft. So empfindet man beim Lesen nicht nur Glück, sondern auch tiefe Traurigkeit. Diese Traurigkeit verwandelt sich in Herz-Schmerz-Wehmut. Gekoppelt mit dem Weltschmerz eine Katastrophe.
Vielleicht vergleicht man sich dann zusätzlich mit der Titelheldin. Ja genau, dies hatte man selber schon mal erlebt. Und egal, ob diese Erlebnisse schön oder traurig waren, sie kommen nie wieder zurück. Das wiederum erzeugt ein Gefühl von Verlust und Bedauern. Und schon ist man wieder sentimental.

Sentimentalität ist ein kurzes Bad in Gefühlen, Melancholie und Schwärmerei.
Ich weiss, dass viele dieses “Bad” nicht verstehen können, und den Kopf schütteln. Doch ich möchte auf meine kleinen Sentimentalreisen nicht verzichten.
Zeigen sie mir doch meine Gefühlswelt in ihrer ganzen Bandbreite.

Comments (25)

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Also ich muss gestehen, ich bin nicht die typische Frau in diesem Punkt. Irgendwie kann ich meine Gefühle nicht so zeigen. Wenn ein Film läuft, der traurig ist, und es sitzt jemand neben mir, dann versuche ich die Träne zurückzuhalten. Ein einziges Mal allerdings und es war sogar im Kino, konnte ich mich nicht zurückhalten. Es sprudelte aus mir heraus. Das war bei dem Film “Marley und ich”, als der Hund eingeschläfert wurde und mich an meinen eigenen erinnerte. Aber ansonsten vermeide ich es, die Tempos benutzen zu müssen. Da hab ich wohl irgendwelche männlichen Gene in mir drin :bier:

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Ich glaube, bei der Mehrheit aller Frauen ist das so. Macht ja auch nix, würde ich mal sagen. Von mir aus können Frauen wie Männer ruhig sentimental sein. Allerdings: Wenn die dann die ganze Schokolade in dunklen Ecken ganz alleine verzehren… Na, dann könnte selbst Herr rundumkiel sentimental werden… :D :cool:

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Kenn ich, Nila, kenn ich zur Genüge. Grad gestern Abend erst habe ich fast zwei Päckchen Papiertaschentücher vernichtet. Was raus muss, das muss raus. Ich tue mir da keinen Zwang mehr an. :weinen:

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@Janina: Grins, da sind wir wohl sehr gegenteilig. Kann aber auch sein, dass bei mir meine italienischen Wurzel hervorstechen. Ich bin sowieso ein kleiner Gefühlsknüppel. So wie ich meine sentimentale Ader zum Vorschein bringen kann, so kann ich auch meine Wut an den Tag legen. Nicht immer sehr hilfreich. Zum Beispiel bei der Türverankerung oder meinen Küchenkasteln.
Und jaaa, bei Marley und ich konnte ich gar nicht mehr zum heulen aufhören. Hab doch selber auch einen Labrador :traurig:
@rundumkiel: Lach, soso Herr Rundumkiel – die überraschen mich immer wieder. :starr: Schön zu lesen, dass auch du deine Suchtschoki ab und zu benötigst *zwinker* :yes:
@Maksi: Ooooch *umärmel* :kuessen: Ja stimmt. Manchmal muss es einfach raus. Und danach geht es wieder besser. Das “Atmen” fällt wieder leichter

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Also ich komme ohne Schokolade und Kitschmusik aus. Aber ich bin ein klassischer Film-Heuler. Es gibt Filmszenen, die kann ich nicht ansehen ohne Tränen in den Augen. (Will ich offengestanden aber auch gar nicht.) Wobei ich allergisch auf Szenen reagiere, deren Absicht auf die Tränendrüse zu drücken allzu offensichtlich und platt rüberkommt. Ich möchte gerne emotional mitgerissen und bewegt, aber nicht auf die billige Art manipuliert werden.

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Schön, dass du mich verstehst :) Die haben den Film aber auch echt traurig gemacht… :weinen:

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Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass die Sentimentalität anscheinend mit wachsendem Alter zunimmt. Stichwort: Marley und Ich. Hättest Du mir nicht vorab gewarnt, dass der Film traurig ist, hätte ich ihn mir wahrscheinlich angesehen… so konnte ich mich aber erfolgreich drücken und meine Frau mußte allein heulen. Ich versuche in meiner Freizeit alldem aus dem Weg zu gehen, was einen traurig stimmt. Das RL ist traurig genug, da brauch ich nur um mich zu schauen und könnte gleich losheulen. In meiner Freizeit versuche ich das zu vermeiden. Somit keine Filme, wo jemand krank ist, irgendwelche Haustiere, die sterben… u.s.w.
Hat eigentlich in der letzten Zeit ganz gut geklappt. Bin natürlich präventiv auf Deine Tips angewiesen. LG und :blumen: für Dich.

Auch nimmt die Sentimentalität mit wachsendem Abstand zur Heimat zu. Heimweh und das Gefühl etwas zu vermissen können ganz, ganz tiefe Gefühle der Melancholie hervorrufen.

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Ich bin eigentlich ein Mensch, der Emotionen nicht so “raushängen” läßt…
Das heißt aber nicht, daß ich gefühlskalt bin ! Manchmal brodelt es in mir aber dabei gucke ich genauso blöd aus der Wäsche wie immer… :haemisch:
Das kann Wut, Mitleid oder Entsetzen sein.
Bei Filmen gehe ich zwar in der Handlung mit (habe meine Figuren mit denen ich mich identifiziere) und leide oder freue mich mit denen. Natürlich nur bei guten und spannenden Filmen. Allerdings bin ich am Filmende schnell wieder in der Realität.

Aber Sentimentalität ist noch etwas anders. Wenn man sich z. B. an Dinge oder Personen zu einer bestimmten Zeit erinnert und denkt: was war das doch schön. So hätte es immer bleiben können.
Oder an Familienmitglieder oder Freunde, die längst verstorben sind. Meist zu früh… :starr:
Dann läuft mir auch schon mal ein Tränchen…

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*of topic* Zur Info – hinter meinem Namen steckt ein neuer Link, falls du auch weiterhin gerne vorbei schauen möchtest. ;-)

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@Andrea: Ohhh jaa. Zu den Fillmheulern kannst du mich auch gleich dazuzählen. Ganz schlimm!!! :traurig: Die Tage habe ich mir den alten klassiker “Frühstück bei Tiffany” angeguckt. Und bei “Moonriver” Rotz und Wasser geheult lol..
@Janina: Dieser Film ist zum Schluss einfach nur Hölle!! :teufel:
@Franky: Lach, hast du wirklich deine Frau einfach alleine am Sofa heulen lassen, bei Marley und ich??? Boah, das ist aber nicht kavallierhaft :klappe: Dann gucke dir mal meinen Filmvorschlag im Text an. Der Schluss ist so heavy. Da musste die Küchenrolle daran glauben :weinen:
@Weiner: Ja stimmt. Je älter ich werde, desto mehr nimmt meine sentimentale Ader zu :hilfe:
@Gucky: Siehste, das meinte ich auch. Als ich schrieb, ich habe mir alte Fotoalben angesehen. Erinnerungen werden wach. Schöne längst vergangene Erlebnisse. Und offen ist die Schleuse. Ich denke mal, jeder von uns geht anders mit Sentimentalität um. Die einen machen es still und leise, und die anderen lassen ihren Gefühlen freien Lauf :starr:
@patsy: Lol, du bekommst mich nicht los. Klotz an deinem Bein bin. Und darum schon im Blogroll Addy verändert habe :kuessen:

Ich verstehe dich sehr gut, liebe Nila. :winks:
Das müssen die Hormone sein, die sind immer Schuld.
Aber was solls, das sind eben wir. :-)

Sentimentale Grüße,
Martina

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Hm, mein Vater musste bei jeder Folge von “Ein Engel auf Erden” weinen, eieiei ;-)

PS. Melde mich aus dem Urlaub zurück Frau Nila :Sonne:

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@Mamü: Lol, jahaa die Hormone. Obwohl, wenn ich meine PMS-Zeit habe, dann sind meine Stimmungsschwankungen schon furchteinflößend. :zornig: :traurig:
@Spanksen: Hihi bei Engel auf Erden? Naja, das war ja wirklich total “schmalzig” :bitte: Du warst auf Urlaub? Bist du jetzt erholt? Ich meine so richtig erholt. So rundum glücklich, easy und frei :rauchen:

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Also wenn du sooooo fragst……. ahhhhh……..nö! ;-)

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@Spanksen: Oooooooch *tätschel* :bier:

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Ok ok, ich geb es gerne zu, ich bin auch so ein “halber” Waschlappen. Es kommt hin und wieder schon mal vor, das auch bei bei Filmen dann ein wenig an Tränenflüssigkeit verliere wie z.b. bei dem Film “Backdraft – Männer die durchs Feuer gehen” …., ganz am Ende als der Feuerwehrmann stirbt. Bin halt auch so eine sentimental angefeuchtete Socke :wetter:

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@PapaSchlumpf: Och schön zu lesen, dass auch einem Mann bei emotionalen Filmen die Tränen kullern :herz: :weinen: :weinen:

Männer sind auch sentimental. Erinner mal einen Mann, sorry, einen deutschen Mann an die WM 1990. Da siehst Du, was Sentimentalität ist. Und wenn noch ein Haufen Bier dabei ist, wird es noch schlimmer :bier:
Gruß
Fulano

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@FulanosWorte: Loool, das ist ein wirklich gutes Beispiel. :lachen: Ja, bei Fussi werden Männer sentimental

Gefühle??? Reine Zeitverschwendung. Der Kopf muß für´s Wesentliche frei bleiben. :doof:

Aber bei “Wie ein einziger Tag” würde ich auch gefühlsduselig werden. Würde ich nur nicht zugeben, und sehen würde es auch niemand, weil ich den Film NUR im dunkeln sehen würde.

Aber mal unter uns: DER FILM IST BESTIMMT WUNDERBAR!!! :herz:

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@DerAppeljünger: Lol, jahaa der Film ist mitreißend. Ein kleiner Tip für Appelchen: Dunkel machen, 1 getarntes Männertaschentuch und los gehts :rauchen:

Den werde ich mir vorher einige male alleine ansehen, bevor ich den mit meiner immer-mal-wieder-Freundin ansehe.

Damit ich abgehärtet bin, und ihr die starke Schulter bieten kann. :rauchen:

Liebe Nila, oh ich krieg schon beim Trailer “Pippi inne Augen”:-) ein wunderschöner romantischer Film. Ich kann auch beim Lesen von Büchern Tränchen der Rührung oder des Mitgefühls verdrücken… Und manchmal wein ich auch vor Glück… Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass Tränen echt ok sind…Sie gehören einfach zum Leben dazu…und danach kommt auch immer wieder LACHEN… Liebe Grüsse Andrea

p.s.und jetzt wein ich gleich, weil ich durch meinen veränderten Nick bestimmt meine Kommentar-Statistik bei Dir ruiniert habe:-)

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@Der Applejünger: Nix da. Sei ein Mann. Ein Applemann nimmt seine rotzelnde und schneuzende Freundin maskulin in den Arm und schluckt tapfer den im Hals sitzenden Kloß hinunter *zwinker* :rauchen:
@andrea2110: Och, ich mag solche Filme. Wo die Gefühlswelt ins Schwanken gerät. Besonders der Schluss öffnet dann alle Schleusen :traurig:
Du, ich mag dich auch mit neuen Nick :love:

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