Jetzt muss ich mich einfach einmal outen. Jeglicher Versuch von mir, einen prachtvollen Garten bzw. die dazugehörigen Gewächse zu züchten enden fast immer sozusagen im Nirvana.
Egal, was ich auch mache und wie viel ich die Pflänzchen pflege, sie mögen mich einfach nicht. Dabei rede ich sogar mit ihnen. Gehe ich bei einem Gewächs vorbei, so kommt mit Sicherheit der Satz. „Och du, dich muss ich auch mal wieder spritzen.” Ja, das ist wohl auch so ein Thema bei mir. Ich gieße nicht oft. Aber wenn, dann mit ganzer Leidenschaft.
Kommen die ersten warmen Sonnenstrahlen, also Anfang März, fängt mein Daumen mächtig-prächtig zu jucken an. Dann werde ich Stammkunde bei der Pflanzensamenbank und plündere jede Packung auf der „Halbschatten” und „Pflegeleicht” steht. Da hilft auch keine Warnung meiner Familienmitglieder. Eine innere Stimme klopft mir sozusagen eine wunderschöne Blumen- und Gemüsebeet pps-Diashow in mein Gehirn.
Sämtliche Warnungen schlage ich aus dem Wind und verdränge meine 6 Topfpflanzen und deren jämmerlicher Zustand in die hintersten Gehirngänge. Einzig der Weihnachtskaktus blüht und gedeiht bei mir frisch-fröhlich. Er ist mein Ein und Alles. Mein Schatz. Mein Stolz.
Nun zurück zu meiner Samenausbeute und den dazugehörigen 200 Zwiebeln. Denn die müssen ja wohl oder übel in die wärmende Erde.
Ich habe ja schon dazu gelernt. Meine ersten Blumenzwiebeln landeten irgendwie verkehrt in der Erde. Als nur die Hälfte der bunten Blümchen das Licht der Welt erblickte, und ich schon mit meinem Zeigefinger verzweifelt nach den Sprösslingen bohrte, bekam ich von meiner Mutter den hilfreichen Tipp, die Zwiebeln doch richtig, also mit dem Kopf nach oben einzupflanzen. Naja, man lernt nie aus.
Auch mein „großes” Gemüsebeet 2×2 Meter ist jedes Jahr eine Herausforderung. Dort tummeln sich Schnittlauch, Maggikraut, Petersilie und eine riesige Staude Himbeeren.
Die ersten 3 Kräuterstöcke kommen freundlicherweise jedes Jahr wieder, ohne dass ich irgendwas dazu beisteuern muss. Die Himbeerstaude „tümpelt” mehr schlecht als recht vor sich hin. Ergo- Dieses Jahr habe ich ihr klipp und klar mitgeteilt, dass sie genau 1 Jahr zum Wachsen Zeit hat. Sollte sie bis dato dann noch immer ihren Dickschädel durchsetzen, wird sie gnadenlos umgeschnippelt.
Heuer kam ich auf die glorreiche Idee Tomaten und Radieschen noch dazuzupflanzen.
Dass man Tomaten „pikieren” muss (was für ein Wort) erfuhr ich erst von einer Nachbarin, die sich sozusagen einen „Holzfuß” lachte, als sie meine Tomatenstauden sah. Und ich war so stolz auf sie, weil sie so toll wucherten.
Wochenlang wartete ich auf meine Radieschen. Als ein Freund mir stolz seine selbstgezüchteten Radieschen zum Verzehr anbot, fragte ich schon ganz verzweifelt, was ich den falsch mache, denn an meiner Staude hängen keine Früchte. *schäm* Nun bin ich der Brüller meines Freundeskreises. Denn die Knollen waren schon übergroß wurmig und holzig ausgewachsen, als ich sie aus der Erde befreite.
Nächstes Jahr verkleinere ich eindeutig meinen Gemüsegarten.
Außerdem könnte mir der Drogeriemarkt Prozente für den „Schneckentot” geben. Ich glaube ich bin deren bester Kunde. Die blauen Kügelchen wirken Wunder. Bis auf den ekeligen Schlatz und Schleim, wenn Schnecki davon gefressen hat.
Ja, jetzt kommt der Herbst. Und es wird wieder Zeit die Samenbank zu besuchen. Schließlich sollen ja im Frühjahr wieder schöne bunte Blümchen kommen.
Und ich werde es wieder tun. Einpflanzen was das Zeug hält. Ich gebe nicht auf. Nein – Niemals.
Übrigens hatte heute mein Nachbar einen unterhaltsamen Nachmittag. Er sah das Ergebnis meiner 2 Obstbäume nach einem Radikalschnitt alias Nila.
Ja, ich liebe die Natur. Und jetzt gehe ich meinen Weihnachtskaktus gießen.



Hmm, ich, der ich durch und durch Stadtmensch bin, habe immer die Menschen bewundert, die ein Haus mit Garten haben und sich dort um die Pflanzen kümmern.
Das muss einerseits sehr viel Energie und Zeit kosten, die ich wohl nie aufbringen könnte, und nicht zuletzt auch reichlich Geld (Stichwort: Bewässerung) :???:
Das Ergebnis aber ist sicherlich eine Entschädigung für all den Aufwand: sehenswerte Blumen, eigenes Obst und Gemüse, von dem man im Großen und Ganzen weiß, wie gesund es ist, usw. :2thumbs:
hihi, also DAS könnte tatsächlich von mir sein! wirklich jedesmal wieder fies wenn sie nicht werden. und sie tun mir immer so leid wenn sie grausam dahin vegetieren. hmmm…
jahresringe. die assoziation mag ich sehr. hätte ich sie selbst gehabt hätte ich sie wunderbar in den text einbauen können. naja.
Hi Nila,
ich bin das genaue Gegenteil: Gib mir einen Benjamin der keine Blätter mehr hat an seinen wenigen Ästen, und innerhalb kürzester Zeit sieht er wieder munter, frisch und prächtig aus.
Ebenfalls Stadtmensch, ohne Balkon oder Garten, wachsen auf meinem Fensterbrett jedes Jahr Tomaten, Gurken, Radieschen, Physalis, Paprika & Co. Eben alles was auf meine Fensterbänke und in den dazugehörigen Balkonkästen passt.
Der Nachteil: Meine Nachbarn halten mich für bekloppt oder vielleicht ist es auch nur Neid *lach*
Super es gibt mehr von diesen Leuten die KEINEN Grünen-Daumen haben. Mir geht es ganau so. In meiner Wohnung gibt es genau 4 Kakteen, 3 pflegeleichte Topfpflanzen und 1 Orchidee, die wie durch ein Wunder bis jetzt überlebt hat und sogar bereits zum 2. mal blüht *g* Wieso weiß ich nicht. Ich vergesse ständig die Pflanzen zu gießen und reden tu ich sowieso nicht mit ihnen….lg Heike
Ich vergess ja immer das Giessen…
Das finden meine Pflanzen gar nicht gut. Oder ich ertränke sie gleich.
Oh je… :schockiert:
Hallo,
ich bin auf Kakteen umgestiegen. Selbst wenn diese schon tot sind, sehen sie noch immer super aus :-)
Grüße
Gretus
…*grins* ich bin ja schon froh, wenn das Unkraut bei uns überlebt…bislang habe ich noch jede Pflanze über den Deister bekommen ;o)
Ausser Grünlilien…die haben sich mir angepasst und sind dankbar, wenn sie überhaupt mal etwas Pflege von mir bekommen…da stört es sie nicht, dass ich manchmal wochenlang vergesse, sie zu giessen *grins* :D
Twitter: nila_73
@Vic: Lol, ich auch eine Stadtpflanze. Deswegen bin ich ja erst fest am Lernen :roll:
@Paleica:Mein Pflanzen kennen mich schon. Darum haben sie den Wüstenrhytmus angenommen. Viel Trockenheit und danach Überschwemmung. :D
@Camdy: Grummel, mich firsst der Neid
@Heike: Ich hatte auch eine Orchidee, die überlebte ganze 4 Jahre :up:
@Abraxandria: Jaja, der Wüstenrhytmus hihi :smile:
@Gretus: Deswegen gedeiht ja mein Weihnachtskaktus so prächtig :up:
@B-Tina: Hihi, auch Willkommen im Wüstenclub :applaus:
Liebe Nila, du bist nicht allein. *räusper* Tomaten muss man pikieren? Tatsächlich? Warum sagt einem denn das keiner?! :sad: