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Mutproben

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Zu allererst einmal:
Das ganze Leben ist eine einzige Mutprobe
Jawohl, an diesen oben genannten Satz glaube ich fest. Was müssen wir nicht alles im Laufe unseres Lebens bezwingen.
Angst, Phobien, Partnerschaften, Kinder, den täglichen „Jobgang“, die Herausforderung „Nein“ zu sagen und und und…..Doch könnt ihr euch noch an die Mutproben aus eurer Kindheit erinnern?
Und diesen einen Satz: „Das traust du dich ja eh nicht!“

Wonach man sich sofort die Frage stellte:
„Bin ich etwa ein Weichei?“
Nein  niemals,  und so machte man die eine oder andere Bekanntschaft mit einer sogenannten Mutprobe.
Nach dem Motto – Euch zeige ich es! – Jetzt erst Recht!!!

Das eigentliche Übel an dieser ganzen Sache war ja, dass ich ziemlich jede meiner Mutproben in den Sand setzte. Wie auch immer.

Da wäre gleich einmal die Allroundmutprobe.
Also die, die sicherlich 90% aller meiner Leser/innen schon im Laufe ihres Lebens gemacht haben. Meist im zarten Kindesalter.
So auch ich.
Ich war zwar eine wilde „Biene“ aber trotzdem mit meinen beiden blonden Zöpfen und den frechen Sommersprossen auf der Nase das liebe Mädchen in einer Clique die fast nur aus Jungs bestand.
Und so war es auch keine Überraschung, als mir gesagt wurde, dass ich eine Mutprobe zu bestehen hätte, wenn ich zu ihrer Bande gehören wollte.
Ich war zwar erst 7 Jahre, aber sicherlich nicht blöd. Und darum verneinte ich.
Bis der magische Satz kam.
„Du bist ja nur ein Mädel, du traust dich ja eh nicht“.
Peng…..
Gehirnwäsche pur.
Das war der Starschuss für meine ekelige Mutprobe. Und so verzehrte ich mit angewidertem Gesicht vor den staunenden mühlradgroßen Augen der Jungs, (die diese Mutprobe  übrigens nicht machen mussten) einen langen großen glitschigen Regenwurm und eine niedliche, schleimige Nacktschnecke.
Nun  war ich ein volles Mitglied dieser Clique und kotzte dafür die halbe Nacht.

Auch ich wurde älter. Das hieß aber noch lange nicht gescheiter.
Und so kam es, dass ich mit meiner Clique an einem Sonntag langweilig „abhängte“ und über den nächsten Schultag lästerte.
Wir waren 10 Jahre und nahmen viele verbotene Worte wie „cool“ oder „geil“ in den Mund.
Ja, heute lacht man über diese Harmlosigkeiten. Damals waren diese Worte „Pfui“
Bis der große Klaus auf die grandiose Idee kam, man könnte sich doch in Brennessel wälzen. Das gäbe einen prima Ausschlag, und man musste nicht in die Schule.
Wehleidig wie ich nun mal war, verneinte ich.
Prompt kamen die magischen 6 Worte: „Du traust dich ja eh nicht“.
Zack
Schon lag ich in den Brennesseln und wälze mich schreiend von links nach rechts.
Nun kommt das Ende dieser Mutprobe:
Man musste schnellstens einen Erwachsenen holen, der ein ohnmächtiges Mädchen aus den Brennesseln zog. Danach hatte ich 2 Tage wirklich hohes Fieber.

Daraus gelernt?
Aber nein. Ich war von Blödheit gesegnet.
Mittagspause in der Schule. Man beschloss, dass man mit 12 Jahren überreif wäre eine Zigarre zu rauchen. Nebenbei natürlich auch Zigaretten. Und das am besten bei der verlassen alten Burg.
Natürlich sagte ich zuerst nein, aber als dann:
„Komm schon, du traust dich doch nicht, du Mädchen“
kam, da war ich schon wieder in meiner Mut-Tranche.
So saßen wir hinter dem Gestrüpp beim alten Schloss und pafften zuerst jeder eine Zigarette. Nach der Hälfte warf ich sie geradewegs, wie die anderen Jungs in die dürren Dornensträucher. Dann kam die Zigarre. Keiner wusste, dass man diesen dicken „Finger“ nicht inhalieren darf.
Dickes Ende?
Natürlich!
Nachdem ich mich immer wieder bei der Lehrerin entschuldigte und aufs Klo rannte um mich zu übergeben, rief sie meine Mutter an. Ich hätte mir einen Virus eingefangen.
In der Zwischenzeit hörten wir die Feuerwehrsirenen. Die Böschung beim alten Schloss brannte lichterloh.
Ähm, wir fühlten uns mächtig schuldig. Erzählten aber nie, was wirklich der Brandgrund war.
Heute bin ich Nichtraucher!!!

Und das dumme Fräulein, dass Mittlerweilen keine blonden Zöpfe trug, sondern ihre Haare modern über die Schultern fallen lies, war mit 16 Jahren noch keinen Deut gescheiter geworden.
Es war schon Dämmerung. Gerade kurz vor der Dunkelheit. Mann, waren wir geil. Denn nun hatten wir Mopeds. Wir waren jung, dumm aber so wahnsenig cool.
Und da gab es so ein Rennen. Den Berg hinunter, einmal umdrehen und dann mit voller Geschwindigkeit gleich den Hügel wieder hinauf. Dabei gab ein eine Haarnadelkurve in der gerade ein Neubau stand.
Was Mopeds betraf war ich eher eine vorsichtige Fahrerin. Also ein „Schisser“. Ich guckte gerne zu.
Bis der „coole“ Manta-Stefan (sein Bruder hatte einen aufgemotzten Manta..lol) die magischen Worte aussprach:
„Komm schon sei kein Feigling. Du traust dich ja eh nicht“.
Schon saß ich auf dem Moped und knallte damit den Berg hinunter. Vor den Jungs gab ich mir nicht die Blöße der butterweichen Knie.
Ergebnis?
Ich schaffte diese blöde Haarnadelkurve nicht, und landete Kopf voran in einem weichen großen Zementberg, gleich neben der Mischmaschinen. Mein Knie war offen und mein Moped genial verbogen. Also hielt man den Lenker gerade, so stand der Vorderreifen schief.

Hatte ich daraus gelernt?
Neeeeeeeeeeein…..
Aber weitere Erläuterungen würden die Artikellänge sprengen.
Kennt ihr auch noch eure Mutproben aus der Kinder- und Jugendzeit?

Bild: Humor.com

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12 Comments

  • Reply
    maksi
    9. Mai 2010 at 07:27

    Twitter: Maksimal2
    *lol* du hast ja Sachen hinter dir … :lachen:

    Ich hatte (habe) das Glück sehr groß zu sein und war in Jungscliquen deshalb auch immer die Größte (und auch die mit der größten Klappe *g*). Ich musste nur 1x eine Mutprobe ablehnen (als es darum ging einen Käfer zu verspeisen *buärg*). Darauf nannte mich der „Anführer“ ein feiges Mädchen. Ich hoffe, seine Narbe über dem Auge ist mittlerweile verblasst :teufel: Mann, hab ich den verdroschen! :boxen: Danach hat mich nie wieder jemand zu einer Mutprobe genötigt :yes:

    Ich bin auch heute noch sehr eigenständig. Allerdings löse ich meine Probleme nicht mehr mit den Fäusten :engel: Verbal klappt das auch sehr gut :victory:

  • Reply
    AndiBerlin
    9. Mai 2010 at 07:30

    Twitter: Andi_Berlin
    Aber siehe es mal so, Du hast immerhin alle Mutproben bestanden und hast keinen Rückzieher gemacht!
    Ich kann mich nur an eine Mutprobe meiner Jugend oder Kindheit erinnern.
    Bei Woolworth gab es in der Spielzeugabteilung so einen Wühltisch mit Artikeln für nur 99 Pfennige. Das waren kleine Fallschirmspringer, Autos und und und. Nichts besonderes also.
    Einer beschloß, das jeder sich mal davon bedienen sollte ohne zu zahlen.
    Ich war dann der einzige, der da nicht mitmachte.
    Viel zu groß war die Angst erwischt zu werden.
    Bin eben ein Schißer… aber zumindest ein ehrlicher!

  • Reply
    Marc
    9. Mai 2010 at 11:38

    Twitter: gregma
    Ahh… das mit den Brenesseln hört sich absolut grausam an! Und nur um nicht in die Schule zu gehen?! Mich schüttelt’s jetzt noch, wenn ich daran denke!
    Arme Nila :-/

    An echte Mutproben kann ich mich so nicht erinnern. Wir haben diesen Schei*s einfach so gemacht, brauchten keine Gründe ;-)
    Bzw. wir waren einfach so cool!

  • Reply
    Broken Spirits
    9. Mai 2010 at 17:16

    Twitter: brokenspirits
    Du machst Sachen… :starr:
    Mutproben habe ich eigentlich immer umgehen können… sowas gabs bei uns irgendwie nicht, oder ich war woanders, wenn sowas fällig wurde… keine Ahnung.

    :schneemann: (<- der mußte sein…. steht in keinem Zusammenhang zum Kommentar)

  • Reply
    nila
    9. Mai 2010 at 22:19

    Twitter: nila_73
    @Maksi: Irgendwie bin ich auch sehr groß (1,77 cm) Aber ich war immer das „kleine“ Mädchen mit den blonden langen Zöpfen und darum für die Jungs sozusagen eine Herausforderung :glupschi: Kicher, dich hätte ich damals wirklich nötig gebraucht. Du hast allen Ernstes die Jungs verdroschen???
    Ich ziehe menien Hut vor dir loool :love:
    @AndiBerlin: Lach, ich musste mal eine „Bravo“ klauen. Mann, ich pieselte mir damals vor Angst fast in die Hose :verlegen:
    @Marc: Hihi, warum habe ich dich jetzt so eingeschätzt??? *grübel* :lolli:
    @BrokenSpirits: Wirklich? Du bist in deinem Leben noch nie in die Mutprobenzwangsmühle gekommen? Ich staune.
    Duhuuuuuuuu dass muss jetzt sein :Sonne: :Sonne: :Sonne: :Sonne: :Sonne: hehehehe

  • Reply
    Bonafilia
    9. Mai 2010 at 22:37

    upps…na du hast ja jahrelang ordentlich auf die Kacke gehauen…. :doof:

    Aber gelernt hast du sicherlich etwas daraus….–> im Leben muss man öfters mal was riskieren, sonst wär unser Leben langweilig und hinterher bereut man stehst die Dinge die man nicht gemacht , nicht die, die man gemacht hat! :boxen:

    Ich hab Zwei Regenwürmer runtergeschluckt und wegen meiner große Klappe gegenüber dem King der Grundschule, landete ich nicht freiwillig im Brennnesselfeld. Ansonsten hat man Kaugummi geklaut und ebenfalls geklaute Zigaretten geraucht. :victory:

    Liebe Grüße, du SuperWoman, ich bin begeistert von dem taffen blonden Mädl mit Zöpfen!

  • Reply
    Tweets that mention Mutproben | Nilas Blog -- Topsy.com
    9. Mai 2010 at 22:43

    […] This post was mentioned on Twitter by Nila. Nila said: New Blogpost: Mutproben http://bit.ly/doUSIP / Saturn-Werbung-Die Daheim WM http://bit.ly/atEYJ4 […]

  • Reply
    Robert
    10. Mai 2010 at 00:04

    Twitter: kleinerblogger
    Stimmt, das ganze Leben ist eine Mutprobe. Wer nie etwas wagt, wird wohl auch sein gesamtes Leben nix reißen. :-)

  • Reply
    nila
    10. Mai 2010 at 07:22

    Twitter: nila_73
    @Bonafilia: Stimmt genau. Jetzt wo du es sagst. Hinterher bereut man wirklich nur mehr die Sachen, die man mal unbedingt machen wollte, aber nicht gemacht hat :traurig: Lol, du auch arme Regenwürmer verspeist?
    Übrigens – WELCOME BACK!!!! :kuessen: habe schon fleißig den 1 Eintrag von deiner Jacobswegwanderung gelesen und warte spannend auf die Fortsetzung
    @Robert: Damit kann ich dir nur 100 % Recht geben. Heute ärgere ich mich über ein paar Dinge, die ich aus unberechtigter „Angst“ nicht gemacht habe. Naja, was solls. Man kann ja auch später noch Dinge riskieren :daumenhoch:

  • Reply
    Gucky
    10. Mai 2010 at 18:12

    Twitter: computergucky
    Diese sogenannten Mutproben habe ich nie mitgemacht. Weil ich schon immer der Meinung war, Mut zeigt sich anders als darin Regenwürmer zu essen !
    Ich muß auch niemanden etwas beweisen um zu irgendeiner Gruppierung dazu zu gehören. Mir machte das nix aus wenn ich meine Sachen allein oder mit ein, zwei guten Freunden durchgezogen habe.
    Meine Wertvorstellungen sind andere als eklige, sinnlose Sachen zu machen ! Damals und heute noch viel mehr.

  • Reply
    nila
    10. Mai 2010 at 18:29

    Twitter: nila_73
    @Gucky: Respekt! :daumenhoch: Also die Größe oder diese Einstellung hatte ich als Kind oder Jugendlicher noch nicht. Die kam erst mit der Zeit als ich schön langsam ins Erwachsenenleben einstieg. Als Kind war ich mehr der Typ, der jeden Scheiß mitmachte und leider oft genug dabei auf der Schnauze landete :kloppen:

  • Reply
    Martina
    13. Mai 2010 at 17:18

    Twitter: martinascaches
    Kicher!
    Ich gehörte eher zur Kategorie, „mach ich nicht, finde ich blöd“. Was die anderen Kinder über mich dachten, war mir schlichtweg egal. Anerkennung hatte ich trotzdem. :love:

    Lieben Gruß
    Martina

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